21. Juni 2009 Chorkonzert im Lokschuppen mit Rückblick auf 100 Jahre Chorgeschichte des Hochdahler Männergesangvereins 1909

Zu diesem Chorkonzert der besonderen Art hatte der Männerchor in den Lokschuppen geladen. Detmar von Foerster begrüßte die geladenen Gäste, unter ihnen Bürgermeister Arno Werner, Kreisdirektor Martin Richter und Frau, die Vorsitzende des Kulturausschusses der Stadt Erkrath, Inge Berkenbusch, den Filialdirektor der Kreissparkasse Düsseldorf, Wolfgang Soldin und Frau, die Ehrenvorsitzende des Sängerkreises Leverkusen,
Annemarie Wilke und Mann, die Geschäftsführerin des Chorverbandes Düsseldorf, Helga Anstatt, unser Protektor Gottfried Bander und Frau, die Vertreter der Presse und ehemalige Sänger, die der Einladung gefolgt sind, hier besonders Erdmann Haunitt aus dem Raum Stuttgart und Gerd Stuhr sowie Pfarrer Volker Horlitz, der durch das Programm führte, ferner die amerikanische Pianistin Elle Rissinger von der Deutschen Oper am Rhein.

Foto: Herbert Frischen

Pastor Horlitz (links), Kreisdirektor Martin Richter (dritter von links)

 

16 Sänger mit Zylinder führten die Zuhörer einhundert Jahre zurück in die Zeit der Gründung des Chores (bis zum 8. März 1941 noch „Trillser-Männer-Gesangverein“) mit Liedern der damalig Zeit gemäßen Chorliteratur, wie „Die Wacht am Rhein“, dem „Bundeslied“ und „Am herrlichen Rhein“, letzteres 1926 bei im 17. Stiftungsfest gesungen.Dann gesellten sich weitere 11 Sänger hinzu, um jetzt die Zeit bis 1935 mit den Liedvorträgen „Das Elternhaus“, „Untreue“ und „Wanderschaft“ abzudecken, unter dem Dirigat von Herbert Frischen, um auch hier die Historie darzustellen, da die musikalische Leitung des Chores bis Ende 1935 in den Händen von Laienchorleitern lag. Ab 1936 ließ die „Reichs-Musik-Ordnung“ keine Laiendirigenten mehr zu.

Foto: Reiner Schnieders

Ab jetzt lag die Leitung in den Händen von Chorleiter Engelbert Buhr. Nun ging es in die Zeit der Gründung des Frauenchores in das Jahr 1942.

20 Frauen brachten Lieder zum Vortrag wie „Gebet“, „Hebe deine Augen auf“ und „Loreley“, Lieder, die der Frauenchor auch schon 1946 bei seinem ersten Konzert gesungen hatte.

Foto: Herbert Frischen

Sodann gesellten sich weitere 10 Frauen sowie die 27 Herren hinzu, um die Polka „Durch die Reihen hin zu fliegen“ sowie den Chor der Landleute „Seht am Strauch die Knospen springen“ von Friedrich Smetana vorzutragen, am Flügel von Elle Rissinger begleitet.

Foto: Reiner Schnieders

Der gesamte Männerchor mit 73 Sängern hatte nun seinen Auftritt mit den Liedern „Suliko“, „Die zwölf Räuber“ und „Zigeuner spiel uns auf“, alle mit einem Solo, gesungen von Lutz Franke, letzteres am Flügel begleitet von Elle Rissinger.

Foto: Reiner Schnieders

Der gesamte Frauenchor mit 53 Sängerinnen brachte im Anschluss die Lieder „Ich gehör nur mir“, Irgendwo und -wann“ und „Aquarius“, am Flügel begleitet von Elle Rissinger, zum Vortrag.

Für die anschließend von beiden Chören gesungenen Lieder „Bergisches Heimatlied“ und „Tebje Pajom“ war die Bühne für die 126 Sängerinnen und Sänger fast zu klein.

Foto: Reiner Schnieders

Der Abschluss des Abends bildete für den Männerchor den Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Nach dem Lied „Lobe den Herrn, meine Seele“, das hier zur Uraufführung kam, übernahm Kreisdirektor Martin Richter die Ehrung des Chores.

Martin Richter ging in seiner Rede auf die Bedeutung von Carl Friedrich Zelter für den Chorgesang ein. Zelter lebte von 1758 bis 1832 und trat 1791 in die gerade gegründete Sing-Akademie zu Berlin ein und gründete 1809 die erste Berliner Liedertafel, deren Meister er war.

Die Zelter-Plakette wurde im Jahr 1956 von Bundespräsident Theodor Heuss als Auszeichnung für Chorvereinigungen gestiftet, die mindestens einhundert Jahre bestehen und sich besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des Volksliedes und damit die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben.

Dann verlas er den Text der Urkunde zur Verleihung der Zelter-Plakette und übereichte diese mit der Zelter-Plakette an den Chor.

Der Chor beendete den Festakt mit dem Lied „Jakob’s Ladder“.

 

Foto: Michael Nacke

Kreisdirektor Martin Richter überreicht Detmar von Foerster

 die Zelter-Plakette

Die Zelter-Plakette

Die vom Bundespräsidenten Horst Köhler unterzeichnete Urkunde

 

Mit reichlich Beifall bedankte sich das Publikum bei allen Beteiligten und man konnte den Zuhörern ansehen, dass diese Veranstaltung ihnen Freude gemacht hat.

Im Anschluss war noch Gelegenheit, bei einem Gläschen gemütlich beisammen zu sein.

 

Bericht der RHEINISCHE POST (in Auszügen)

 

Zelterplakette an Hochdahler
Von Miriam Kords
ERKRATH. Die Sänger blickten im Lokschuppen musikalisch zurück. Die Verleihung der Zelter-Plakette ist ein wahrhaft denkwürdiges Ereignis im Leben eines Männerchores.

Anlässlich dieser Ehrung brachte der Hochdahler Männergesangverein ein umfangreiches Konzertprogramm unter dem Motto „Rückblick auf 100 Jahre Chorgeschichte“ auf die Bühne des Lokschuppens.

Für die Etappe von 1909 bis 1935 marschierten erlesene Herren mit zierenden Zylindern auf die Bühne, auf die das Publikum belustigt reagierte. Das Lachen verstummte jedoch sogleich, als die würdigen Männer die „Wacht am Rhein“ sangen und anschließend mit dem „Bundeslied“ Mozarts einen patriotischen Ton anstimmten. Herbert Frischen dirigierte präzise und behielt dies bei im nächsten geschichtlichen Abschnitt.

Liebevoll moderiert wurde die musikalische Zeitreise von Pfarrer Volker Horlitz. Dieser leitete nun das Auftreten einer Damenfraktion ein, in dem er sagte: „Der Zweite Weltkrieg entzog auch den Chören die Männer“. Romantische Stücke erklangen nun, mit viel Gefühl und gesanglicher Feinheit vorgetragen. Pianistin Ellen Rissinger von der Deutschen Oper am Rhein begleitete zweifellos hervorragend.

Engelbert Buhr übernahm den Taktstock und entlockte dem versammelten Chor bei Smetana allerlei dynamische Kuriositäten. 1961 bis heute bestritten einzig die Männer mit musikalisch anspruchsvoller Volksmusik und einem schmelzenden Bass-Solo, ausgeführt von Lutz Franke. Populäre Hits aus den Musicals, wobei der rebellische Song „Ich gehör nur mir“ aus Elisabeth den seriösen Damen gut stand, rundeten das Programm ab.

Tatsächlich beeindruckend war die Stimmgewalt von 73 Männern und 58 Frauen, als sie das „Bergische Heimatlied“ sangen.

Dem folgte die Verleihung der Auszeichnung, die nach dem Begründer der bürgerlichen Chormusik, Carl Friedrich Zelter, benannt ist. Kreisdirektor Martin Richter überreichte Detmar von Foerster die vom Bundespräsident Horst Köhler unterzeichnete Urkunde.