Konzertreisen 1987 bis 1991

Danzig, Mai 1987

Was als kleines Abenteuer angekündigt war, wurde letztlich ein großes Erlebnis sowohl im menschlichen als auch im musikalischen Bereich. Schon auf der Hinfahrt erlebten die Hochdahler Sänger auf einem einsamen Abschnitt der Transitstrecke große Hilfsbereitschaft, als es technische Probleme mit dem Bus gab. Die Volkspolizei und auch der LKW-Fahrer aus der DDR halfen in vorbildlicher und freundlicher Weise weiter. Trotz der stundenlangen Verspätung konnte das Programm in Danzig in allen Punkten eingehalten werden.

Untergebracht waren die Hochdahler Sänger in Privatquartieren. Es gab teilweise Tränen und Entrüstung bei den Polen, wenn einer keinen deutschen Gast mit nach Hause nehmen konnte.

Lech Walesa und der Hochdahler Männergesangverein 1909, das waren die beiden Magnete, die am Sonntagmorgen mehr als 10.000 Menschen zum Hochamt in die Danziger Marienkirche lockten. Unter Leitung von Georg Flock begleitete der Chor das Hochamt mit der Deutschen Messe von Schubert. Gegen Ende der Messe sangen alle Besucher stehend ein altes patriotisches Lied, und mit Lech Walesa reckten sich mit dem Zeichen von Solidarnosé über 10.000 Arme hoch. Man spürte die Solidarität hautnah. Zum krönenden Abschluss des Hochamtes sang der Männerchor noch Beethovens "Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" sowie in polnischer Sprache das "Heilig" aus der deutschen Messe. Mit großem Applaus verließ der Chor durch ein Spalier von vielen Menschen die Kirche.
 

Der Männerchor vor der Marienkirche in Danzig

 

Weitere erfolgreiche Konzertreisen führte die beiden Hochdahler Chöre nach Straßburg (Oktober 1987), Mellrichstadt (Juni 1988), Schleswig (Juli 1989) und Chemnitz (März 1990).

Tschechoslowakei, Mai 1991

Viel Mut bewiesen die Hochdahler Sänger, dass sie trotz des Chorleiter-wechsels eine fünftägige Konzertreise nach Pilsen durchführten. Engelbert Buhr, der neue musikalische Leiter des Chores, stand durch eine geplante Konzertreise mit einem anderen Chor nicht zur Verfügung.
Das hinderte die Sänger nicht daran, mit dem Vizedirigenten Herbert Frischen
die gut vorbereitete Reise zu wagen.

 

Einen Höhepunkt neben beiden Konzerten hatten die fast 50 Sänger bei einer Aufzeichnung im Rundfunkstudio Pilsen. Für die Hochdahler Sänger war es ein absolutes Novum, sich in einem Tonstudio musikalisch zu präsentieren.

Es wurden vier Lieder aufgenommen, die zu einem späteren Zeitpunkt über Radio Westböhmen und Radio Prag gesendet wurden.

Auf der Rückfahrt ergab sich bei einem Zwischenstopp in Bayreuth die einmalige Gelegenheit, im Rahmen der Besichtigung des berühmten Festspielhauses, auf dessen Bühne ein Lied zu singen. Mit viel Applaus von den anwesenden Besuchern bedacht, fuhr man mit unvergesslichen Eindrücken nach Hause.

 
 

Der Männerchor bei einem Konzert in Pilsen