Konzertreise des Männerchores nach Polen vom 01. bis 11. Juni 2007

Zum zweiten Mal nach 1987 (Danzig) unternahm der Hochdahler Männergesangverein eine Konzertreise nach Polen, mit insgesamt 97 Personen. Wir waren 52 Sänger, Chorleiter Engelbert Buhr mit Frau, Protektor Gottfried Bander mit Frau, Frauen/Partnerinnen der Sänger sowie Freunde des Chores.

Auf dem Programm standen die Städte Breslau und Krakau sowie auf der Rückreise die Stadt Dresden.

Am Samstagabend fand in Breslau in der St. Maria-Magdalena Kirche das erste Konzert statt. Die Konzertbesucher und der Chor wurden vom Deutschen Generalkonsul in Breslau, Dr. Helmut Schöps, begrüßt. Unter der Leitung von Chorleiter Engelbert Buhr trugen wir sakrale- und weltliche Lieder vor. Es war ein Mammutprogramm mit insgesamt 18 Liedern, von "Die Himmel rühmen" über "Weihe des Gesangs", "Schäfers Sonntagslied" bis zur Zugabe "Jacob's ladder". Zwischen den einzelnen Blöcken sang Lutz Franke Solostücke wie "Caro mio ben" von Giordani, "Ave Maria" von Bach "Gounod" und "Largo" von Händel, begleitet von Engelbert Buhr an der Orgel. Die Zuhörer der fast vollen Kirche wurden von der Akustik des mächtig hohen Kirchenschiffes fast erschlagen.

Foto eines polnischen Fotografen

  Der Chor in der St. Maria-Magdalena Kirche

 

In Schweidnitz fand am Sonntagmorgen das zweite Konzert in der Friedenskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit statt, in einem Fachwerkbau von imposanter Größe. Er hat Platz für 7500 Menschen. Inneren ist sie mit reichem Schnitzwerk ausgestattet.

Hier sang der Chor von der Empore während der Messe zwei Lieder und gab im Anschluss vor dem Altar ein Konzert. Das Programm ähnelte dem vom Vorabend, jedoch verkürzt, aber ebenfalls mit den Solostücken von Lutz Franke.

Am nächsten Tag fuhren wir in die Umgebung von Breslau. Dort besichtigten wir die Wallfahrtskirche im Kloster von Trebnitz. In dieser herrlichen Kirche mit einer hervorragenden Akustik sangen wir ebenfalls einige Lieder.

Foto: Herbert Frischen

  "Heilig, heilig" aus der Deutschen Messe erklang in der Wallfahrtskirche

 

Am Dienstag fand eine Fahrt ins Riesengebirge statt. Auf dem Programm standen die Besichtigung von Hirschberg mit der ausgesprochen hübschen barocken Altstadt und in Krummhübel die Wangkirche. Es ist eine skandinavische Stabkirche, im 12. Jahrhundert in Norwegen errichtet. Sie fand im 19. Jahrhundert im Riesengebirge in Sichtweite der Schneekoppe ihre neue Heimat.

Das Innere des ungewöhnlichen Gotteshauses ist schlicht in hellem Holz gestaltet, sie wurde ohne Nägel und ausschließlich mit hölzernen Zapfenverbindungen errichtet.

Foto: Herbert Frischen

  Die Stabkirche in Krummhübel

 

An allen vier Tagen stand genügend Zeit zur Verfügung, Breslau mit seinem Altstadtkern zu besichtigen und die einzigartigen Zeugnissen romanischer und gotischer Architektur zu bewundern, teilweise unter kundiger und professioneller deutschsprachiger Führung.

Ein wichtiger Punkt im Programm war der Besuch der 1913 erbauten Jahrhunderthalle. Hier waren vor 70 Jahren unsere Sangesväter Willi Höschler, Hermann Weber, Ernst Willmeroth und Richard Lafleur mit unserer Vereinsfahne. Anlass war das Deutsche Sängerbundfest in Breslau.

Die Jahrhunderthalle gilt heute als Weltkulturerbe der UNESCO.

Weitere Höhepunkte in Breslau waren die Besichtigung des Domes, der Elisabeth Kirche, des Breslauer Ringes in der Altstadt mit dem Rathaus und das Singen in der Universität sowie in der Jahrhunderthalle.

Foto: Herbert Frischen

  Das Rathaus in Breslau mit der astronomischen Uhr von 1580

 

Am Mittwoch ging es weiter zu unserem zweiten Ziel, Krakau an der Weichsel, Polens heimliche Hauptstadt. Auf der Fahrt dorthin wurde Halt gemacht in Brieg und Oppeln.

Da Krakau im Krieg nicht zerstört wurde, ist die original mittelalterliche Bausubstanz erhalten geblieben. 1978 zeichnete die UNESCO die sorgfältig bewahrte Krakauer Altstadt als Weltkulturerbe aus, sie trägt seit dem Jahr 2000 den Titel "Kulturhauptstadt Europas".

Am Donnerstag nahmen wir an einer Stadtführung durch Krakau teil und besuchten das Königschloss auf dem Wawel mit der Kathedrale der Heiligen Wenzel und Stanislaus.

Foto: Herbert Frischen

  Die dreitürmige Kathedrale des hl. Wenzel und Stanislaus auf dem Wawel

 

Am Freitag besichtigten wir das Salzbergwerk "Kopalnia Soli" in der Nähe des Örtchens Wieliczka. Hier wurde seit dem 14. Jahrhundert Salz abgebaut und ist somit die älteste Salzmine der Welt. Seit 1978 steht sie als Weltkulturerbe auf der UNESCO-Liste. In der Höhlenkapelle hatte der Chor Gelegenheit, die sehr gute Akustik mit einigen Liedern vor großem Publikum zu testen.

Foto: Erika Frischen

  Der Männerchor in der Höhlenkapelle im Salzbergwerk

 

Am Samstagabend fand ein Kirchenkonzert in Nowa Huta (Neue Hütte) statt, einer Satellitenstadt östlich von Krakau gelegen. Diese Stadt sollte auf Veranlassung der Regierung 1947 als kommunistische Musterstadt, ohne Kreuz, ohne Kirche, Priester, Glauben usw., gebaut werden. Im Jahre 1967 wurde der Bau der Kirche genehmigt. Zum Baubeginn am 14. Oktober 1967 hielt Kardinal Karol Wojtyla (später Papst Johannes XXIII ) einen Gottesdienst auf dem Bauplatz der Kirche "Arche des Herrn" ab.

Leider war dieses Konzert nur von sehr wenigen Polen besucht, trotz Ankündigung mit Plakaten. Der polnische Kulturverband als Veranstalter nannte als Grund den Konflikt zwischen Kirche und Politik. Daher wurden die Plakate sofort nach dem Aushängen wieder entfernt.

Trotz dieser Misere wurde das gleiche Konzertprogramm wie in der St. Maria-Magdalena Kirche in Breslau gegeben, jedoch diesmal überwiegend für die Mehrzahl der mitgereisten Ehefrauen bzw. Partnerinnen der Sänger und Freunde des Chores.

Natürlich stand auch in Krakau an allen Tagen zur ausführlichen Stadtbesichtigung genügend Zeit zur Verfügung, auch hier teilweise unter guter und professioneller deutschsprachiger Führung.

Herausragend war hier die Führung durch die Marienkirche.

Foto: Herbert Frischen

Die Marienkirche

Foto: Herbert Frischen

  Der Veit-Stoss-Altar in der Marienkirche

 

Das Glanzstück im Kircheninneren ist der von Veit Stoß 1477-1489 aus Linderholz geschnitzte Hauptaltar, eine spätgotische Holzschnitzkunst.

Hier hatte der Chor die Gelegenheit, mit einigen sakralen Liedern die gute Akustik dieser Kirche zu nutzen. Die mehr als tausend Besucher spendeten begeisterten Applaus.

Am Sonntag erfolgte die Rückreise, mit einem Tag Zwischenaufenthalt in Dresden.

Dort stand am Montag der Besuch der Altstadt sowie eine einstündige Orgelandacht mit anschließender Kirchenführung in der Frauenkirche auf dem Programm.

Foto: Herbert Frischen

 Der barocke Altar der Frauenkirche

 

Für alle war es ein Erlebnis, die barocke Pracht in der Frauenkirche zu bewundern und gleichzeitig die Gelegenheit zu haben, vor vielen Hundert Zuhörern das "Sanctus" aus der Deutschen Messe vorzutragen, das mit viel Beifall belohnt wurde, wobei auch hier die hervorragende Akustik zu erwähnen ist.

Gegen 2200 Uhr war Hochdahl und damit das Ende der schönen Konzertreise erreicht. Sie wird allen in guter Erinnerung bleiben.