26. April 2010

Klavierkonzert im „Historischen Lokschuppen“ in Hochdahl

 

Die Hochdahler Chöre hatten zum zweiten Mal zu einem Klavierkonzert in den „Historischen Lokschuppen“ in Hochdahl eingeladen.

Detmar von Foerster begrüßte die zahlreich erschienenen Zuhörer, unter ihnen die Ehrengäste Horst Dillenberg mit Frau, Stifter des Boston-Flügels und Sponsor, den Stellvertretenden Landrat Ernst Buddenberg mit Frau, den Kulturamtsleiter Ulrich Schwab-Bachmann mit Frau, Protektor Gottfried Bander und Chorleiter Engelbert Buhr mit Frau.

Detmar von Foerster und Evgeni Bozhanov

Danach stellte Detmar von Foerster den Interpreten des Abends, Evgeni Bozhanov aus Bulgarien,vor.

Er begann eine musikalische Ausbildung 1990 mit sechs Jahren an der Musikschule in Rousse in Bulgarien. Später studierte er bei Professor Boris Bloch an der Folkwang-Hochschule für Musik in Essen und seit 2005 bei Professor Georg Friedrich Schenk an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf.

 Sein Programm im ersten Teil umfasste Werke von Frédèric Chopin, mit „Nocturne H-dur, op. 62 Nr. 1“, Rondo á la mazur F-dur, op 5“ und „Sonate Nr. 3 h-moll, op 58“.

In der Pause hatten die Hochdahler Chöre alle Zuhörer zu einem Glas Sekt eingeladen.

 

Im zweiten Teil spielte Evgeni Bozhanov die „Sonate B-dur, D. 960“ von Franz Schubert.

Für seine hervorragenden Darbietungen bedankten sich die Zuhörer, es gab lang anhaltenden Applaus und stehende Ovationen.

Natürlich war eine Zugabe fällig. Mit „Deutsche Tänze“ von Franz Schubert verabschiedete sich Evgeni Bozhanov von seinem dankbaren Publikum.

 

 

Die NRZ schreibt: (Auszug)

 

Im Kosmos der Klänge

 

Mit Evgeni Bozhanov luden die Hochdahler Chöre einen internationalen Starpianisten in den Lokschuppen ein

 

Erkrath. Schon die Anfangstakte von Chopins Nocturne H-Dur op. 62 Nr. 1 entführte die Zuhörer des Lokschuppens in einen Kosmos reinster Musik-Poesie. Denn der Bulgare Evgeni Bozhanov (26) ist ein mehr als begabter Pianist. Gerade von Konzertterminen in Chicago zurück, machte er auf Einladung der Hochdahler Chöre in Erkrath Station – und erwies sich als Magier des Klaviers.

Erneut war es gelungen, einen Weltklasse-Musiker aufs Podium zu holen, und so kündigte Chöre-Vorsitzender Detmar von Foerster seinen Star mit Stolz an.

Komplexe Linien meisterhaft gespielt

Mit der h-moll-Sonate Nr. 3 des großen Polen erwies er sich als Meister pianistischer Gestaltung. Ausdrucksstark der erste Satz, gut heraus-gearbeitet die komplexen Linien der linken Hand.

Selbst in schwierigsten Passagen war sein Spiel glasklar. Das Scherzo überzeugte durch Leichtigkeit bei atemberaubendem Tempo, und beim schwebenden Adagio zeigte Bozhanov die Nähe Chopins zum späten Beethoven. Gigantisch das virtuose Finale: Bozhanov orchestrale, fast Horowitzsche Klangwucht braucht den Vergleich mit anderen Chopininterpreten nicht zu scheuen.

Dass nach der Pause Schuberts Sonate B-dur D 960 zu Gehör kam, war die zweite Überraschung. Was er aus dem Reifewerk des Österreichers herausholte, war ein aus einem schlichten Liedthema entwickelter, gewaltiger, emotionaler Kosmos, der die Tore zur Romantik weit öffnete.

In Erkrath hagelte es Ovationen, für die sich der Virtuose mit Schuberts Deutschen Tänzen bedankte.

Musik ist für Bozhanov ein Kampf der Kontraste, mal in sich versunken, dann sich wild aufbäumend.

Die Hochdahler Chöre haben erneut Akzente als Top-Veranstalter bewiesen. Und zu Bozhanov, der die Atmosphäre im Lokschuppen als „inspirierend“ empfand und der sich auch nicht an einigen vorbeirauschenden Zügen störte, darf man sagen: Da capo!

Cyrill Stoletzky