Balladenabend am 04. März 2012

Foto: Sylvia Schrumpf

Die Hochdahler Chöre hatten zu einem Balladenabend mit dem Bass David
Jerusalem und dem Hochdahler Männergesangverein in den Lokschuppen eingeladen.

 

Detmar von Foerster konnte unter den ca. 250 Zuhörern als Ehrengäste

den Bürgermeister Arno Werner mit Frau, den Leiter der Kreissparkasse Erkrath Wolfgang Soldin mit Frau, den Hausherrn dieses historischen Lokschuppens und Protektor beider Chöre, Gottfried Bander mit Frau sowie die Vertreter der Presse begrüßen.

 

Der Hochdahler Männergesangverein mit 56 Sängern eröffnete den Balladenabend mit zwei Liedvorträgen „Vineta“ und „Lützows wilde Jagd“ unter der Leitung von Prof. Thomas Gabrisch.

Der Hochdahler Männergesangverein 1909

 

David Jerusalem begann mit der Ballade „Auf der Donau“, am Flügel begleitet von Stephen Harrison, Direktor der Deutschen Oper am Rhein.

Es folgten im ersten Teil „Der Schiffer“, „Wie Ulfru fischt“, „Herr Oluf“, „Erlkönig“, „Tom der Reimer“, „Der Zwerg“ und „Archibald Douglas“.

Foto: Dieter Schrumpf

David Jerusalem, am Flügel Stephen Harrison

 

Den zweiten Teil eröffnete der Männerchor mit den Liedern „Kloster Grabow“ und „Klaus von Hörde“.

 

David Jerusalem schloss sich an mit „Fahrt zum Hades“, „Die Uhr“, „Memnon“, „Gruppe aus dem Tartarus“, „Der König in Thule“, „Süßes Begräbnis“ und „Odins Meeresritt“.

 

Der Männerchor sowie beide Künstler wurden mit viel Applaus für ihre Darbietungen belohnt. David Jerusalem bedankte sich mit einer Zugabe.

Foto: Dieter Schrumpf

von links: Prof. Thomas Gabrisch, David Jerusalem, Stephen Harrison

 

Die WZ schreibt: (Auszug)

 

Geschichten nach Noten

Der Auftritt des Opernsängers David Jerusalem, Sohn des berühmten
Wagner-Tenors Siegfried Jerusalem, ließ keinen einzigen der 250 Plätze
unbesetzt. Bekannte Lieder von Franz Schubert („Erlkönig“) und Carl Loewe („Tom der Reimer“) standen auf dem Programm.

Eröffnet wurden beide Teile des kurzweiligen Abends durch den Männerchor.
Sein erstes Lied erzählte von der versunkenen Stadt „Vineta“ an der südlichen
Ostseeküste. „Salve regina“, schmetterten sie, als gelte es, die sagenhafte
Stadt doch noch vor ihrem Untergang zu bewahren.

 

Und die Rh. Post schreibt: (Auszug)

 

Jerusalem begeistert Hochdahl

Als musikalischer Geschichtenerzähler verzauberte David Jerusalem sein
Publikum im ausverkauften Lokschuppen. Der Chor lieferte im ersten und im
zweiten Teil des Konzertes in harmonischer Vielstimmigkeit die klangliche Einleitung mit jeweils zwei kleinen vertonten Gedichten.
 

Mit seiner warmen Bassstimme ließ Jerusalem Verse von Königen, Elfen und Zwergen erklingen. Er besang die tosende Gewalt des Wassers, die unbändige Kraft der Liebe und die Macht des Todes. Mal dröhnte seine Stimme in ihrer Klangfülle durch den Saal, dann wieder schien sie leicht säuselnd zu plätschern. Eindrucksvoll bediente der 27-jährige, am Flügel begleitet vom Direktor der Deutschen Oper am Rhein, Stephen Harrison, die gesamte dynamische Klaviatur.

Doch nicht nur in den unterschiedlichen Klangfarben seiner Stimme zeichnete er die dramatischen Schilderungen der Texte nach. Seine ausdrucksstarke
Mimik spiegelte Schmerz und Sehnsucht, Verlangen und Entsetzen theatralisch wider.

Für die Zuhörer war die Verzweiflung des Vaters, der seinen Sohn an den
Erlkönig verliert, ebenso spürbar wie der schwindende Lebensmut des

König in Thule oder das Verzücken des Reimers Tom. Effektvoll gesetzte Pausen verfehlten ihre Wirkung nicht. Sie schufen Spannungsbögen und unterstrichen die gefühlvoll intonierte Dynamik der weichen Bassstimme.