50 Jahre Galakonzerte der Hochdahler Chöre mit Startenor Peter Seiffert in der Stadthalle Erkrath am 11. und 12. November 2017

 

Für die beiden Galakonzerte am Samstag und Sonntag hatten die Hochdahler Chöre den Startenor Peter Seiffert und die Sopranistin Agnes Lipka eingeladen.

Peter Seiffert gab 1996 sein viel beachtetes Debüt bei den Bayreuther Festspielen und wurde Sänger des Jahres. Die Bayerische Staatsoper, die Deutsche Oper Berlin und die Wiener Staatsoper haben Peter Seiffert den begehrten Titel „Kammersänger“ verliehen.

Agnes Lipka studierte Operngesang an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf (Klasse Prof. Konrad Jarnot), welches sie 2012 erfolgreich mit dem Konzertexamen abschloss.

 

Nachdem sich der Bühnenvorhang geöffnet hatte, trat Stephen Harrison, der Direktor der Deutschen Oper am Rhein, ans Mikrofon und wünschte ein herzliches Willkommen.

Er sagte u.a.: ich bin derjenige, der normalerweise dort am Klavier sitzt, mein Name ist Stephen Harrison für die, die mich nicht kennen, ich werde nachher am Klavier sitzen wie immer, aber heute Abend werden Sie mich auch als Moderator ertragen müssen. Ich habe die Ehre, Sie durch das Programm zu führen. Ausnahmsweise beginnt das Konzert heute nicht mit Musik, weil es eine ganz besondere Veranstaltung ist, 50 Jahre Galakonzerte der Hochdahler Chöre. Ich habe mir sagen lassen, dass im Publikum einige Zuhörer sind, die alle Konzerte angehört haben, gratuliere. Ich kenne keinen Chor, der solche Solisten zu ihren Konzerten eingeladen hat wie die Hochdahler Chöre, und das haben wir einem Mann zu verdanken, der ganz hartnäckig ist und sich durchsetzt und dieser Mann heißt Detmar von Foerster, der alle Solisten verpflichtet hat.

 

Er gab in seinem anschließenden Vortrag einen historischen Rückblick in Bild und Ton auf die 50 Jahre Galakonzerte der Hochdahler Chöre, die 1967 mit dem Stargast Heinz Hoppe begannen. Die weiteren Gäste bei den Galakonzerten waren

Kurt Böhme (1969), Rene Kollo (1974), Werner Hollweg (1975,79 und 86), Peter Minnich (1977), Karl Ridderbusch (1982 und 83), Edda Moser (1984), Hermann Prey (1985), Melanie Holliday (1988), Nicolai Gedda (1990), Tom Krause (1992), Simon Estes (1995 und 98), Morenike Fadayomi (1999 und 2014), Peter Seiffert und seine Frau Petra Maria Schnitzer (2000), Alexandra von der Weth (2001), Hans Sotin (2002), Grace Bumbry (2006)  Nataliya Kovalova und Andrej Dunaev (2009), Kurt Rydl (2010), Helen Donath (2011), Andrej Dunaev und Agnes Lipka (2012), Boris Statsenko (2013).

 

Nach diesem historischen Rückblick konnte er die Ehrengäste dieser Galakonzerte begrüßen und zwar:

Samstag: die Bundestagsabgeordnete Michaela Noll und den Altbürgermeister Arno Werner mit Frau.

Sonntag: den Bürgermeister der Stadt Erkrath Christoph Schultz, den stellv. Landrat Ernst Buddenberg mit Frau, den Sparkassendirektor Wolfgang Soldin mit Frau, den Kulturdezerneten der Stadt Erkrath Ulrich Schwab-Bachmann mit Frau, die Vorsitzende des Chorverbandes Düsseldorf Frau Christel Paschke-Sander und den Protektor der Chöre Gottfried Bander mit Frau.

 

Den ersten Teil des Galakonzertes eröffneten die Hochdahler Chöre mit „Dank sei dir, Herr“ und „Agnus Dei“, letzteres mit Peter Seiffert.

Foto: Dieter Schrumpf

Die Hochdahler Chöre mit Peter Seiffert mit dem „Agnus Dei“

 

Danach der Auftritt des Frauenchores mit „Ave Maria“ von Caccini und „Lobe den Herrn“ aus der Sinfonie-Kantate Lobgesang, letzteres mit Agnes Lipka.

Peter Seiffert schloss sich an mir „Dann werden die Gerechten leuchten“ aus Elias, und wieder der Frauenchor mit „Zigeunerleben“ von Robert Schumann.

Foto: Dieter Schrumpf

Der Frauenchor Hochdahl mit „Zigeunerleben“

 

Der Männerchor trat auf mit drei romantischen Liedern von Franz Schubert, „Die Nacht“, „Nachthelle“ mit Peter Seiffert und „Nachtgesang im Walde“ mit vier Hornisten der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf.

Tenor Peter Seiffert nun mit der „Zueignung“ und zum Abschluss des ersten Teils die Hochdahler Chöre und Peter Seiffert  mit „Die Allmacht“ von Franz Schubert.

 

Der Männerchor eröffnete den zweiten Teil mit der „Waldandacht“ gemeinsam mit Peter Seiffert, danach zwei Lieder „Can’t Help Falling In Love“ und „You Raise Me Up“ und der Frauenchor mit „Fly me to the moon“, „Hallelujah“ von Cohen und „Strangers in the night“, dazwischen Peter Seiffert mit „The World is Mine Tonight“ und später „Schön ist die Welt“.

Zum Abschluss des Galakonzertes das Finale mit einer Melodienfolge aus „Die lustige Witwe“ mit den Hochdahler Chören, Peter Seiffert und Agnes Lipka.

Foto: Dieter Schrumpf

Die Hochdahler Chöre mit Peter Seiffert und Agnes Lipka

mit Melodien aus „Die lustige Witwe“

 

Die Gesamtleitung der Gala lag in den bewährten Händen von Prof. Thomas Gabrisch, Stephen Harrison begleitete die Solisten und die Chöre am Flügel.

Das Publikum bedankte sich bei allen Mitwirkenden mit lang anhaltendem Applaus.

 

Wilfried Pfeiffer, der 2. Vorsitzende, trat nun ans Mikofon.

Er sagte u.a.: Meine Damen und Herren, Dank sei dir Herr haben wir mit bedacht ausgesucht. Der Dank unsererseits geht jetzt an Sie, das Publikum, wir möchten uns sehr herzlich bei Ihnen bedanken, auch bei den Neuen, die das erste Mal unser Konzert besuchen, bleiben Sie uns weiterhin gewogen. Ich danke auch für die 1,--Euro-Spende für die SingPause, die Sie mit Ihrer Eintrittskarte  bezahlt haben, ganz herzlichen Dank.

Dank an die Technik, an Herrn Otte, seine Mannschaft und die vielen unsichtbaren Helfer, auch die, die hier auf der Bühne sitzen.

Detmar wurde schon von Herrn Harrison hervorgehoben, was die 50 Jahre alles bewirkt haben. Detmar von Foerster hat in diesem Jahr dieses Konzert in dieser Form in ausgezeichneter Weise gestaltet und Dir lieber Detmar ganz herzlichen Dank im Namen aller Deiner Mitstreiter, die hier auf der Bühne sind, Dankeschön.

Wir haben noch ein Jubiläum, 75 Jahre Frauenchor Hochdahl, und diese 75 Jahre sind auch mit viel Energie von statten gegangen, nicht nur musikalisch. Einen großen Anteil in dieser langen Zeit hat Gudrun Windmann, die langjährige 1. Vorsitzende, herzlichen Dank und Glückwunsch.

Dieses große Konzert verlangt ein großes Dankeschön. Wir haben ein Geschenk bekommen von Ihnen, Herr Harrison, Sie haben in Kombination als Moderator und Pianist uns was gegeben, nämlich Spaß, Witz und viel Input, was das musikalische angeht. Wir bedanken uns recht herzlich bei Stephen Harrison und freuen uns, wenn er uns auch weiterhin zur Verfügung steht.

Liebe Agnes Lipka, wir haben Sie hier erlebt als ganz hervorragende Sopranistin, dafür unseren herzlichen Dank.

Nichts läuft ohne eine musikalische Leitung, wir als Laienchor können uns keinen besseren Dirigenten wünschen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Prof. Thomas Gabrisch.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen unsere vier Hornisten, die Herr Gabrisch mitgebracht hat. Er möge bitte unseren herzlichen Dank an sie weitergeben.

Der Star des heutigen Abends war ein Geschenk des Himmels. Wir konnten und hatten es nicht erwartet, dass er seine Zusage erteilt. Er hat es getan und war für uns der Stern des heutigen Abends. Unser Galakonzert wäre ohne Ihn nicht in dieser Form entstanden, ganz herzlichen Dank und einen großen Applaus an Peter Seiffert.

 

Natürlich verlangte das begeisterte Publikum eine Zugabe, die Peter Seiffert mit „Freunde, das Leben ist lebenswert“ gerne erfüllte.

 

Foto: Herbert Frischen

Prof. Thomas Gabrisch, Agnes Lipka, Peter Seiffert, Detmar von Foerster, Stephen Harrison

 

Foto: Herbert Frischen

Agnes Lipka und Peter Seiffert

 

Foto: Herbert Frischen

Chris Bingham, Lutz Lehmann, Markus Egbringhoff, Chris Williams

 

Die Rheinische Post schreibt (in Auszügen):

 

Solisten und Chöre begeistern bei Gala

 

ERKRATH. Ehrengast der diesjährigen Jubiläumsgala war der rheinische Star-Tenor Peter Seiffert. Die Hochdahler Chöre überzeugten mit gekonnten Darbietungen. Stephen Harrison führte gekonnt durch das Programm.

Von Lars Mader

 

Er war wieder dabei: Peter Seifferts wippende Heldensträhne, die dem meisterlichen Wagnertenor bei jedem forte so leidenschaftlich in die Stirne fällt. Vor siebzehn Jahren ist Seiffert ein erstes Mal Stargast bei den Gala-Konzerten der Hochdahler Chöre gewesen. Zur fünfzigsten Ausgabe des Musikfestes kehrte Kammersänger Seiffert nun zurück an den Düsselstrand und ließ das strenge Wagnerfach bei Seite. Diese fröhlichen Frühabende in der voll besetzten Stadthalle sollten eine Feier der Operette wie der romantischen Lieder werden und kamen dann einer Krönung des bisherigen Hochdahler Chorschaffens gleich.

Schon zu Schaubeginn hob das Fachurteil des Direktors der Deutschen Oper am Rhein die Hochdahler Chöre auf die Marmorsäule. Stephen Harrison, der in der Bühnenwelt eigentlich alles und jeden kennt, gestand, dass er keinen zweiten Laienmusikverein kenne, der ein vergleichbares Aufgebot stimmlicher Spitzenkräfte, die alle den Einladungen des Vorsitzenden Detmar von Foerster folgten, zu Gast gehabt hat.

Alsdann trat er mit einem tönenden Vortrag durch die Galahistorie den Beweis der Einmaligkeit an. Beim Aufblenden des Fotos von René Kollo (Stargast 1974) ging zum ersten Mal ein Raunen durch die Halle. Die ersten Tränen der Rührung flossen, als Harrison das Klangbeispiel Der "Rachearie der Königin der Nacht" von Edda Moser (Stargast 1984) anspielen ließ. Zum anmutigen "Agnus Dei" von Georges Bizet reihte sich Seiffert fast schüchtern zum Schulterschluss in den Chor ein. Seine Soli beseelte er dagegen mit bezwingender Stimmkraft und mit der ihm so charakteristisch ins Wesen geschriebenen unbändigen Spielfreude.

Der Männergesangverein suchte sich als Herausforderung zartsanfte Melodien, die ungleich schwieriger zu intonieren sind, als kernig zu schmetternde Hymnen. Hochüberzeugend gelang den Mannen gleichwohl die Honigsüße der Liebesballade "Can't Help Falling in Love" von Elvis Presley wie die Innigkeit dreier Lieder von Franz Schubert darzubieten.

Da staunte auch Seiffert, der zur "Nachthelle" mitsang, und nach dem Schlussakkord anerkennend "Daumen hoch-Gefällt mir!" zeigt. Die Begleitung zum "Nachtgesang im Walde" spielte ein Ensemble aus vier jungen Hornisten der Robert-Schumann-Hochschule in leichthändiger Beherrschung dieses temperamentvollen Instruments.

Für die nötige Sicherheit der Hobbysänger sorgte mit ruhigem Dirigat und stets optimistischem Auftreten der musikalische Leiter Thomas Gabrisch. Auf seinen persönlichen Wunsch hin überließ ihm Harrison den Platz am Flügel für die Untermalung des vom Frauenchor mit beeindruckend innovativer Choreographie vorgetragen Überliedes "Hallelujah" von Leonard Cohen. Noch einen Tick mehr Elan, so schien es vom Parkett aus, legten die Damen, die gleichzeitig das 75-jährige Bestehen ihres Chores feierten, in das swingende "Fly Me to the Moon" von Frank Sinatra.

Zum Grande Finale für die schönsten Sequenzen aus "Die Lustige Witwe" bat Seiffert als Duettpartnerin Agnes Lipka auf die Bühne. In ein jubiläumgüldenes Kleid gewandet, schlüpfte sie im Handumdrehen in die verschiedenen Sopranrollen der Operette von Franz Lehár und wechselte ebenso behände die Stimmfarben.

Seiffert verabschiedete das begeisterte Publikum mit der gipfelstrebenden Arie "Freunde, das Leben ist lebenswert".